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Schwer im September

27. September 2011
Schwer im September
Foto: stock.xchng / ID: 917735

Wenn er die Lider senkt, wiegt ihn die Wahrheit in zärtlichen Wogen. Im Dunkel vor der lichtlosen Haut spürt er innerlich den hellen Glanz des Stoffes am Körper. Schwer ist ihm, eingedenk der dumpf Erloschenen um ihn herum. „Was will Er nur mit denen?“ – Es denkt verhalten aus ihm. Prüfung? Sind sie mein Acker? Ausgerechnet sie? Wie fremd sie mir geworden sind! Wie fremd sie sind! Anders! Wo ist das geteilte Blut, das warme Band; wo das Fleisch vom eigenen Fleische? Wenn die Sprache nicht wär – die Kennende; der vertraute Klang der frühen Erleuchtung und der späten Erinnerung. Dürfte er doch fühlen, was er ist: ein zu weit Gereister – wie die Masse der meisten auch; mechanisch platziert auf dem Boden komplexer Tatsachen. Heimatvergessene Touristen. Verständlich wäre vielleicht das Unverständnis; möglich hier und da ein mild suchender, unvoreingenommener Blick.

Nun muss er aufblicken. Er muss. Schwer das Kinn. Ein Stemmen. Betont freundlich tönend lässt er fallen, was nicht gerichtet ist an Freunde. Worte purzeln unbeholfen strikt gerade heraus. Schwere stählerne Würfel mit gravierten Herzen. Ganz einfach: Schaffender Glaube in geschaffener Natur. Der einen. Des Einen. Nur so. Genau so. Sonst nichts als Ausflüchte ins Ausweglose und Gleichwertige. Wüst und leer. Ein jeder festgekrallt am längst geleerten Wasserschlauch. Füll ihn mit Glauben! Oder gar nicht!

Antworten ohne Frage, Fragen ohne Antwort. Er fühlt – erfühlt das höfliche Schweigen. Ein leichter Druck in der Brust, kaum mehr ein Stich. Ein leises Echo, was früher der heitere Schrei des Suchenden war, des nicht endenden Anfangs, des Mit-Menschen-auf-dem-Weg-Seins. Längst kraftlos. Ins Rauschen getaucht. Eine Taufe des Vergessens. Hebe besser nicht empor, was du nicht kennst!

Einsame Wut: Sie alle nur umbaut von bunten Plakaten. Ohne Offenbarung. Die sehen nicht mehr durch – „Ist doch so“. Unkenntlich zwischen grellfarbigem Gleichgleich aller Möglichkeiten. Möglich im Notwendigen. Dort, in der Verstellung müssen sie sein – „Ich wäre dort“. Aber niemand ist dort. Keine Seele. Er schaut nicht nach. Notwendigerweise. Die Lider fallen wieder.

Schwer. Allumfassend schwer. Längst hat er alles allein zusammen und bis zum bitteren Ende gedacht. Ist selbst erloschen. Aber anders. Eine Sonne am Ende. Kein Strahlen mehr ohne schmelzende Atome. Das Leuchten nur noch Idee. Um ihn krümmt sich Raum und Zeit. Wer nahe kommt, verliert die Form. Wird folgenlos.

Nein, höflich nicht. Wir schweigen aus Trauer. Er blickt; das Ende der Bitterkeit sieht er nicht. Verloren in der ins Nichts verzerrenden Schwere, in der übertönenden Stille: Alles, was wir jemals hatten. Haben können. Der Horizont der Wahrheit. Der Gemeinsame.

mk, 26./27.09.2011

Europas trotzige Einfalt!

14. Juni 2008

Auch nach dem irischen Referendum herrscht noch der Geist der Alternativlosigkeit

- Von Matthias Kayß -

Europas trotzige Einfalt
© Gerd Altmann / PIXELIO

Bis in die seriöse Presse hinein wird nach dem Nein der irischen Bevölkerung die Hatz gegen die Gegner des Europavertrages eröffnet. Verblendete seien es, angstbesessen oder fundamentalistische Abtreibungsgegner – alles, nur nicht Menschen, die eine ernstzunehmende Position gegen den Inhalt des Vertrages vorbringen können. Dabei sind natürlich genau die Inhalte das Problem.
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Wer sucht, der findet nicht

17. September 2006

- Von Matthias Kayß -

Jupp als Benedikt XVI.
Foto: Szamil

Als inkarniertes Symbol der Katholischen Besserwisserei im Glauben braucht Benedikt XVI. kaum unser Mitgefühl. Wer die Wahrheit für sich gepachtet hat, darf um Spott und Zorn nicht bangen. Wohl aber als Professor der Theologie sollten wir Jupp Ratzinger zur Seite stehen. Nicht weil seiner Rede zuzustimmen ist. Nein, das wäre zuviel erwartet. Aber weil es trotzdem eine verdammt gute Rede, ein ausgezeichneter wissenschaftlicher Vortrag war, den er da in Regensburg zum besten gegeben hat.
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Die Freiheit des Karamelengels

15. Mai 2006

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- Von Matthias Kayß -

Freiheit – das ist die Losung unserer Zeit. Aber meistens verbirgt sich dahinter doch nur Attitüde. Hier ein Vorschlag für ein etwas anderes Verständnis von Freiheit auf der Grundlage des politischen Denkens von Hannah Arendt…
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Die Rehabilitierung der Pikten

18. April 2006

The Rehabilitation of the Picts
– Von / by Katrin Steiner -
Ein Nachtrag zu den Pikten – denn das, was Pink Floyd gemacht haben, ist vielleicht doch revolutionär.

A supplement to the Picts – because what Pink Floyd did may indeed be revolutionary.

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Annettchen – Setzen, sechs!

23. Februar 2006

- Von Matthias Kayß -

Sollte es einmal eine eigene PISA-Studie für BildungsministerInnen geben, würde unsere Annette Schavan wohl ebenso schlecht abschneiden wie unser Schulsystem. Denn offensichtlich ist sie weder in der Lage, schriftliche Berichte zu verstehen noch inhaltlich gleich lautende mündliche Äußerungen eines UN-Sonderbeauftragten. Mittlerweile dürfte wohl das schon im Zusammenhang mit der ersten PISA-Studie festgestellte Problem der sozialen Ungerechtigkeit im BRD-Bildungswesen hinreichend bekannt sein. Und die Empfehlung von Herrn Muñoz hat es doch nun noch einmal sehr deutlich und konkret gemacht: Die deutschen SchülerInnen werden viel zu früh selektiert, was dazu führt, dass sie ihre Bildungspotentiale nicht ausschöpfen können.
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Von Pikten, Wikipedia und Pink Floyd

30. September 2005

About Picts, Wikipedia and Pink Floyd
- Von / by Katrin Steiner –
Was das Netz nicht alles hergibt – beim Sinnieren über ein abgefahrenes Stück von Pink Floyd kamen wir doch tatsächlich ins frühmittelalterliche Schottland – die mythische Zeit nach dem Abzug der Römer – und stolperten dabei über die Pikten.

Astonishing what you can find on the Internet – when thinking about a strange and wonderful piece by Pink Floyd we were indeed put back through time to the Early Middle Ages of Scotland – the mythical time when the Romans had left – and stumbled over the Picts.
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Kapitalismus

6. Juli 2005

- Von /by Marion und /and Katrin Steiner -

Kapitalismus
Liebes Geld,
wo bist du?
Ich bin in Afrika.
SOS

Captalism
Dear Money,
where are you?
I am in Africa.
SOS

PDS und WASG grübeln über gemeinsame Liste

6. Juli 2005

Ist das die Chance für eine neue parlamentarische Linke?

- Von Katrin Steiner

Der Schachzug von Schröder, im September 2005 Neuwahlen abzuhalten, hat alle erst einmal überrumpelt, mittlerweile diskutiert die ganze Republik über diesen Schritt.
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